Moschendorf (ungarisch: Nagysároslak)

Die Gemeinde Moschendorf (Bezirk Güssing) liegt im Südburgenland im Pinkatal, unmittelbar an der Staatsgrenze zu Ungarn.

Im Osten erstreckt sich die Pannonische Tiefebene mit ihrer charakteristischen Vegetation, im Westen der Pinka finden sich die ersten Ausläufer des oststeirischen Hügellandes. Diese besondere Lage der Region ist bestimmend für die Qualität des Weinbaus.

Urlaub und Erholung

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  Die Randlage, unmittelbar am ehemaligen Eisernen Vorhang, erwies sich lange Zeit als wirtschaftlich nachteilig für die burgenländische Südregion. Erst in den letzten Jahrzehnten ist ein steter Aufschwung zu verzeichnen, nicht zuletzt durch die Öffnung der Grenzen. Aus dem Nachteil fehlender Industrialisierung wurde letztlich ein Vorteil für den sanften Tourismus.

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  Wer Erholung, Ruhe und Entspannung sucht, findet in der Gegend um Moschendorf die richtige Urlaubsdestination. Hier gibt es in der abwechslungsreichen Landschaft Wanderwege durch den Wald, an der Pinka entlang, sowie gut ausgebaute Wege für umfangreiche Radtouren - und die vereinzelten Steigungen sind auch für Ungeübte kein Problem.
 
 
 
 
 
 

Auch fürs leibliche Wohl ist gesorgt: die Pinkataler Weinstraße lädt zum Einkehren in eine der zahlreichen Buschenschanken ein. Spezialitäten des Landes begleiten die Weine des Südburgenlands. Ob Weinmuseum, uriger Gasthof oder Designer-Keller: So manche Ortsvinothek birgt Geheimtipps, die man sonst lange und vergeblich sucht.

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  Eine Vielzahl von Kapellen und Bildstöcken prägen das Ortsbild und die Pinkataler Weinstraße. Die der heiligen Rosalia geweihte katholische Pfarrkirche im Ort selbst entstand ca. 1733 anstelle einer Rosalien-Kapelle.
 
 
 

Geschichte

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  Die erste urkundliche Erwähnung des Ortes erfolgte im 13. Jahrhundert. 1482 wurde der Ort Sároslak (sáros = Sumpf; lak = Ort, Wohnstätte) genannt.
  Ein Name, der eindeutig der Pinka zu verdanken ist, die sich vor der Regulierung um 1970 weitläufig durch die Ebene schlängelte.

1564 schien er als Németsároslak
 (német = deutsch) auf.
 

Aus dem Jahr 1600 stammt der älteste vorhandene Beleg zum deutschen Namen Moschendorf - Mittelhochdeutsch: mos = Moos. Eine andere Deutung geht auf das Slawische zurück: mocna = nass, feucht. Ebenfalls eine Reverenz an dieses Feuchtgebiet der Pannonischen Ebene.

  1532 und 1605 entstanden Verheerungen durch Kriege;
  1664, 1704 - Überschwemmungen, Pest
  1630 und 1863 zerstörten Brände den Ort.
  1713 wurden Kirche und Pfarrschule errichtet.
  1773 entstand die heutige Pfarrkirche,
  1882 wurde die freiwillige Feuerwehr gegründet.
  1914 - 1918 - Opfer des Krieges: 25 Soldaten
  1939 - 1945 - Opfer des Krieges: 29 Soldaten und 18 Zivilpersonen

Deutsch-Westungarn wurde nach dem Ersten Weltkrieg in den Verträgen der Siegermächte von St. Germain (mit Österreich) 1919 und Trianon (mit Ungarn) 1920 Österreich zugesprochen. Die Österreicher nannten es Burgenland und konnten es 1921 in Besitz nehmen.

Auf Grund der Grenzverhandlungen zwischen Österreich und Ungarn 1922/1923 wurde der nördliche Nachbarort an der Pinka, Postrum/Szentpéterfa, an Ungarn rückgegliedert. Da der südliche Nachbarort, Pinkamindszent, ebenfalls zu Ungarn gehört, grenzt das Gemeindegebiet im Norden, Osten und Süden an Ungarn, nur im Westen an das Inland.

1930–1938 wanderten auf Grund der Wirtschaftskrise auch viele Moschendorfer in die USA aus. Es leben mehr Moschendorfer in Amerika als hier, heißt es in der Dorfchronik.

Die Einwohnerzahlen:
  um 1600 - 330 Einwohner
  1773 - 764 Einwohner
  1900 - 928 Einwohner
  1920 - 894 Einwohner
  1939 - 715 Einwohner
  1961 - 623 Einwohner
  1981 - 469 Einwohner
  2001 - 467 Einwohner

Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs war die Gegend um Moschendorf im Frühjahr 1945 zwei Wochen Kampfgebiet, als die Rote Armee, von Ungarn kommend, westwärts vordrang. Eine Bunkerstellung des 1944 von Zwangsarbeitern errichteten "Ostwalls" - eigentlich nur ein aus Holzstämmen gezimmerter Unterstand - ist hinter dem Museumsareal heute noch vorhanden.

1970 wurde der Ort in die Großgemeinde Strem, bestehend aus den Ortschaften Steinfurth, Deutsch Ehrensdorf, Sumetendorf, Strem und Moschendorf, eingegliedert.

1981 wurde Kulturverein Moschendorf gegründet. Obmann: LTAbg. Ök.Rat Stefan Behm.

1983: Eröffnung des Weinmuseums


Seit 1995 ist Moschendorf wieder selbstständige Gemeinde.

Die Bürgermeister von Moschendorf:
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  • Stefan Behm
  • Peter Schlaffer (Obmann des Kulturvereins)
  • Werner Laky (seit 2012)