Die Uhudler Vinothek

Diese Vinothek ist einzig in ihrer Art, denn sie ist die erste Uhudler-Vinothek überhaupt.

Der Uhudler


  Einen herben Rückfall erlitt die Weinbaukultur im Burgenland in den Jahren 1870 bis 1890 ob des verheerenden Reblaus-Befalls. Dieser Schädling drohte die Reben in ganz Europa zu vernichten.
  Der Uhudler stammt aus dieser Zeit, als verschiedene Sorten von Uhudlertrauben zur Kreuzung mit heimischen Weinsorten aus Amerika eingeführt wurden. Dieser Direktträger gedeiht nur im äußersten Süden des Burgenlandes.

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  Im urigen Tonplutzer ist der Uhudler ein gern gekauftes Mitbringsel für die Daheim­gebliebenen.

Im Weinmuseum Moschendorf besteht die Gelegenheit alles über den sagenumwobenen Uhudler zu erfahren. Nach einer kommentierten Verkostung und einer kleinen „Prüfung“ wird man zum Uhudlerbotschafter ernannt und bekommt einen Uhudler-Rebstock oder eine Flasche Uhudler

Der Uhudler - seine Geschichte

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  Der Uhudler kam erstmals nach dem großen Reblausbefall um das Jahr 1860 auf, als die Wurzelreblaus nach Europa eingeschleppt wurde. Angesichts der der drohenden Vernichtung der europäischen Rebsorten wurden gegen die Reblaus resistente Rebsorten (Vitis labrusca und Vitis riparia) aus Amerika nach Europa importiert und mit heimischen Rebsorten gekreuzt (Hybride).


  Dieser Direktträgerwein unterschied sich aber geschmacklich deutlich von der europäischen Spezies Vitis vinifera. Erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurden diese Uhudlerreben veredelt. sie dienten als reblausresistente Unterlage, auf die die europäischen Rebsorten aufgepfropft wurden. Damit blieb der Geschmack der fruchttragenden Edelreben bei gleichzeitiger Resistenz gegen den Schädling erhalten.

Die Uhudlerwinzer konnten mit ihren robusten, unveredelten Sorten kostengünstiger produzieren und schienen eine lästige Konkurrenz für die Edelweinwinzer. Das Gerücht entstand, dass der Wein von Direktträgern einen hohen Anteil an Fuselölen und Methanol enthalte und daher gesundheitsschädlich sei. Gesetzliche Beschränkungen waren die Folge:

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1936 erfolgte ein Auspflanzungsverbot für Direktträgersorten

1937 das Verbot des Verschnitts mit Edelweinen

Bis 1946 reduzierte die Rodungsverpflichtung die gepflanzte Fläche auf 25%

1961 folgte das Verkaufsverbot dieser Sorten im Handel, die Verwendung war nur für Eigenverbrauch ("Haustrunk") gestattet.

Im Jahr 1985 wurde der Begriff "Haustrunk" im Zuge der enormen Verschärfung des österreichischen Weingesetzes aufgrund des Glykolwein-Skandals aus dem Weingesetz gestrichen, womit der Uhudler de facto illegal wurde. Vorhandene Kellerbestände mussten vernichtet werden.

Die südburgenländischen Weinbauern hielten aber trotz aller legistischen Widrigkeiten an dieser Rarität des österreichischen Weinbaus fest. Auf Basis des neuen Österreichischen Weingesetzes von 1992 darf der Uhudler heute wieder produziert und in acht burgenländischen Gemeinden verkauft werden. Diese Regelung gilt vorerst bis 2030 und soll dann durch ein neues Weingesetz ersetzt werden, in dem die Direktträgersorten neu zu bewerten sein werden.

Der Name Uhudler ist markenrechtlich geschützt und darf ausschließlich im Südburgenland (Bezirke Jennersdorf, Güssing und Oberwart) verwendet werden.

Der Uhudler - die Sorten

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  Die Rebsorten des Uhudler entstammen amerikanischen Arten wie vitis riparia , vitis labrusca oder vitis rupestris. Alle Direktträger sind resistent gegen Rebläuse und wurden so als Veredelungsbasis die Rettung der europäischen Weinkultur. Die Spezies vitis labrusca wird auch als Fuchsrebe bezeichnet, ihre Einkreuzung ist verantwortlich für das charakteristisch-intensive Aroma nach Walderdbeeren (Fox-Ton).
 


 
Concord

Concord

Die Concord, nach der gleichnamigen Stadt im US-Bundesstaat Massachusetts benannt, ist eine rote Rebsorte. Sie wurde seit 1854 in den USA vermarktet, ist ausgesprochen resistent gegen Frost und Mehltau und bringt hohe Erträge. Nach der Reblauskatastrophe zählte sie zu den bevorzugten Sorten in Europa. Von der EU ist sie mittlerweile zur Weinproduktion nur für den Uhudler zugelassen. Sie zeichnet sich durch fruchtige Weine aus. Die Beeren sind kugelrund und dünnhäutig. Das Laub ist an der Oberseite dunkelgrün, an der Unterseite filzig, von oranger bis rosaroter Färbung. Die Weine haben eine hellrubinrote Farbe und einen ausgeprägten Erdbeergeschmack (Fox-Ton).

Delaware

Delaware

Die Delaware stammt aus den 1850er Jahren aus Ohio, benannt nach der gleichnamigen Stadt. Sie ist eine hellrote Sorte mit mittelgroßen Beeren. Sie findet sich bevorzugt an trockenen Standorten, da ihre Resistenz gegen Pilzbefall geringer ist. Als früh reifende Sorte eignet sie sich auch gut für kühleres Klima. Obwohl von der Spezies vitis labrusca abstammend, ist ihr Fox-Ton weniger ausgeprägt. Die Farbe des Weines variiert von weiß bis hellrot.
 

Elvira

Elvira

Eine amerikanische Hybridrebe, die seit 1863 kultiviert wird und in Nordamerika weit verbreitet ist. Die Beeren sind hellgrün, klein bis mittelgroß und dünnhäutig. Mit ihrer Resistenz gegen Reblaus und Mehltau ist sie als Direktträger sehr anspruchslos. Sie ist als Tafeltraube beliebt, der Weißwein ist säurebetont mit Fox-Ton.

Ripatella

Ripatella

Die Ripatella ist eine Rebe mit dunklen rot-blauen Trauben. Die Blätter sind an der Oberseite leicht rötlich behaart. Die Trauben ähneln der Concord, der Wein hat den charakteristischen Beerengeschmack.